Und dann war er plötzlich da! Nach neun Monaten Wartezeit kam endlich der Tag, an dem wir unseren kleinen Erdenbürger begrüßen durften und in ein neues Leben starteten. Der erste Zeit mit Baby ist Abschied und Neuanfang zugleich. Es ist eine Zeit, in der die Gefühle Achterbahn fahren. Eine Zeit mit unbeschreiblichen Hochs, aber auch eine Zeit der ersten Tiefs. Der erste Monat mit Levi war wohl der emotionalste Monat meines Lebens. Mit dem ersten Monatsrückblick möchte ich auf mein ganz persönliches „Freud und Leid“ des ersten Monats mit Baby zurückschauen.

 

Freud

Hallo, Baby!

Während der Schwangerschaft denkt man unzählige Male, an den Moment, in dem man den kleinen Menschen in sich das erste Mal nicht nur spüren, sondern auch sehen kann. Umso unwirklicher scheint der Moment, wenn er dann wirklich eintrifft. Wie im Film folgte auf den ersten Schrei der lang ersehnte erste Kontakt mit meinem eigenen Baby. Und dann folgte das große Kennenlernen! Denn trotz der Tatsache, dass man bereits neun lange Monate so eng, wie es nur möglich ist, verbunden war, weiß man doch zunächst nur wenig über den kleinen Menschen. Kein Wunder, dass jede kleine Bewegung, jeder Atemzug und jedes Gähnen unvorstellbar spannend sein können 😉 Es ist überflüssig, zu erwähnen, dass die Freude im ersten Monat mit Baby die Freude am Baby selbst ist. Wie groß diese ist, lässt sich nicht beschreiben, sondern nur erleben. Und wie lief der erste Monat aus Babysicht? Schlafen, trinken, schlafen, kuscheln, trinken, weinen, schlafen,…

Er & Ich

Kaum war Levi auf der Welt, suchten wir gespannt nach Ähnlichkeiten. Papas Nase, Mamas Augen,… eben ein bisschen Papa, ein bisschen Mama. Und dann wird einem plötzlich bewusst, wer Levi eigentlich ist. Levi ist unser Kind. Levi ist er und ich. Wir haben zusammen ein neues Leben erschaffen! Levi ist, so kitschig es auch klingen mag, Resultat unserer Liebe. Von nun an sind wir durch unser Kind für immer und unumkehrbar miteinander verbunden – und das ist wunderschön! Ab jetzt sind wir eine eigene, kleine Familie. Der Moment, in dem ich meinen Mann zum ersten Mal mit unserem Baby im Arm betrachtete, war der Moment, in dem ich mich neu und auf einer ganz anderen Art in ihn verliebte.

Kaiserschnitt

Anders als ich befürchtet habe, habe ich den Kaiserschnitt sehr gut wegstecken können und war bereits nach drei Tagen wieder einigermaßen fähig, ein paar Schritte zu laufen. Die anfängliche Einschränkung durch die Operation wurde durch unser Familienzimmer (Papa blieb ebenfalls im Krankenhaus) beinah zur Nebensache. Der frischgebackene Familienvater hat seine Feuertaufe bestens überstanden 🙂 (mehr zu meinem Kaiserschnitt findest du hier)

Leid

Stillen

Tja, tatsächlich sollte die Freude überwiegen, dass ich überhaupt Stillen kann. Aber die Wahrheit ist: Stillen ist Schmerz! Höllischer Schmerz! Hätte ich vorher geahnt, welche Angst in mir aufkommen würde, wenn mein kleiner Mann wieder nach Milch ruft, wäre ich vielleicht nicht ganz so euphorisch an die Sache gegangen… Zu den schrecklichen Schmerzen kam dann noch die enttäuschende Erkenntnis, dass Levi und ich leider die Hilfe von Stillhütchen benötigen. Und als wäre das nicht genug Gejammer zum Thema Stillen, durfte ich Mitte des ersten Monats dann auch erfahren, was es mit einem Milchstau auf sich hat… Fieber und Brüste, die glühend heiß und zu platzen drohen, gehören sicherlich nicht zu den schönen Momenten der ersten Zeit mit Baby.

Erschöpfung

Ja, dass der Schlaf unter Babys leidet, war mir durchaus bewusst. Aber 3-4 Stunden Schlaf am Stück schien mir durchaus machbar zu sein. Leider ließ mich der sogenannte Ammenschlaf in den ersten Tagen bei jedem noch so kleinen Quieken sofort aufschrecken. Ich glaube, das waren meine ersten 36 Stunden ohne echten Schlaf! In Kombination mit der Kaiserschnitt-OP und den damit verbundenen Schmerzen kam ich tatsächlich schneller als erwartet an meine Grenzen. Meinen absoluten Tiefpunkt hatte ich dann an unserem ersten Tag im eigenen Zuhause. So ganz ohne unterstützende Pflegekräfte und dem servierten Essen schien mir eine postnatale Depression plötzlich gar nicht mehr so absurd. Glücklicherweise legte sich der erste „Schock“ schon am nächsten Tag.

Überforderung

Babys weinen – das ist ganz normal! Aber als Levi das erste Mal richtig herzzerreißend zu weinen begann, war ich schlichtweg ratlos und überfordert. Eine Gebrauchsanweisung gibt’s zum Baby nämlich nicht gratis dazu 😉 Und da das große Kennenlernen erst begann, wusste ich zunächst auch nicht, was das Baby quält. Eine weniger leidvolle als lustige Art der Überforderung machten wir bei unserem ersten selbstständigen Windelwechsel, der weniger in die Hose als neben die Windel ging 😉