Es ist nun fast auf den Tag genau zwei Monate her, als ich den berühmten kleinen Test in den Händen hielt und starr beobachtete, wie sich erst eine rosa Linie und gleich danach eine zweite rosa Linie immer stärker und stechender abzeichneten. Ein Blick in die Gebrauchsanweisung war überflüssig: ich bin schwanger. Das wusste ich. Oder irgendwie wusste ich es auch nicht. Der Test wusste es. Die Erkenntnis blieb meinem Bewusstsein jedoch ungewohnt fern. Ich glaube, in diesem Moment befand ich mich wirklich in jenem Zustand, den man Schock nennt. Es war kein negativer Schock – nein, keinesfalls. Es war einfach nur ein Schock, ein Moment der völligen Regungslosigkeit des Körpers.  Die Neuigkeit war einfach viel zu groß und großartig, um von mir realisiert werden zu können. Da stand ich also nun im Bad. Den Test in der Hand und den Kopf völlig leer. Es fühlte sich an, als waren Stunden vergangen, als mir ein Lächeln übers Gesicht ging – ernsthaft? So schnell? Und kaum war das Lächeln da, flossen Tränen – Elefantentränen! Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wieso. Es waren keine Freudenstränen und auch keine aus Traurigkeit. Vielleicht war es einfach nur ein Ventil. Wenige Minuten später saß ich auf der Couch. Der Fernseher lief, aber gesehen habe ich gar nichts. Ich saß einfach nur da.  Und da saß ich noch lange. Erst etliche Minuten später, schien mein Kopf die Nachricht empfangen zu haben. 100000 Gedanken strömten jetzt sekundlich in mir auf! Ich bin schwanger! Aber wirklich fühlte es sich nicht an. Ich weiß nicht, wie lange ich an dem Tag noch brauchte, um zu realisieren, was passiert war. Ich weiß nicht einmal, ob ich es heute schon wirklich realisiert habe. Aber ich weiß, dass es dich gibt, kleiner Krümel!