Ganz ehrlich? Hätte mir jemand vor ein paar Monaten gesagt, dass ich eines Tages so heirate, wie ich geheiratet habe, dann wäre ich wohl in Tränen ausgebrochen. Zum Thema Hochzeit hatte ich schon seit Ewigkeiten ziemlich genaue Vorstellungen und alle davon gingen in Richtung absolute Traumhochzeit mit allem drum und dran. Doch manchmal läuft unerwartet alles anders, als man denkt. Ganz anders! Und so heiratete ich in einem 30€ Zara-Kleid ohne Familie, Gäste und Feier. Ganz spontan und ganz geheim. Wie es dazu kam? Den Zeitpunkt für eine Hochzeit haben wir wahrscheinlich schon vor ein paar Jahren überschritten, denn immerhin nähern wir uns so langsam unserem 12. Jahrestag an. Aber zum Heiraten gehören eben Zwei und meine Nummer Eins im Leben hat eher eine weniger euphorische Einstellung bezüglichen dieser Feier. Oder anders gesagt: er findet Heiraten schlichtweg unnötig. Und so habe ich über die Jahre meine Hoffnung auf ein Mr. und Mrs. nach und nach verloren. Aber: die Hoffnung stirbt eben zuletzt… oder nie! Denn was ich vor drei Monaten noch abgeschrieben habe, ist nun Realität geworden. Und wie genau das so plötzlich alles geschehen ist, kann ich selbst nur schwer beschreiben. Und so stocke ich noch heute, wenn er „meine Frau“ sagt. Klar ist jedoch, dass wir mit unserem Krümelchen eine neue Ebene der Partnerschaft erreicht haben. Klar ist auch, dass Hochzeiten neben der romantischen Seite auch ganz andere Vorteile haben. Bitte was? Ja, ich rede hier tatsächlich auch von finanziellen und rechtlichen Besonderheiten, die werdende Eltern natürlich dankend annehmen. Und so unromantisch, wie diese Seite ist, so unromantisch verlief auch unser gemeinsamer Entschluss zu heiraten. Kaum besprochen, fanden wir uns schon im Standesamt wieder und legten unsere geheime spontane Hochzeit auf den 20. Dezember. Warum geheim? Die Gründe sind genauso unromantisch, wie unser Entschluss überhaupt zu heiraten. Zeitdruck, Babybauch und finanzielle Umstände sind all das, was man nicht braucht, wenn man eine Traumhochzeit möchte. Und ein „hauptsache irgendwie“, kam für mich nicht in Frage. Also entschieden wir uns die standesamtliche Hochzeit als das zu sehen, was sie für uns bedeutete – eine rechtliche Angelegenheit, ein Vertrag zwischen ihm und mir. Und so verzichteten wir auf Gäste und Feier und ließen, um keine Enttäuschungen und Widersprüche hinnehmen zu müssen, selbst unsere Eltern im Ungewissen. Ziemlich traurige Hochzeit? Ziemlich unspektakulär! Und dennoch einfach schön. Trotz aller Formalitäten ist eine Hochzeit zu Zweit eben doch etwas ganz Besonderes. Denn so wird einem erst wirklich bewusst, um wen es eigentlich geht – nur um uns beide! Nur um das, was wir wollen und denken! Wir beide gegen den Rest der Welt … oder zumindest gegen die klassischen Gepflogenheiten! 😉

Achja: trotz bereits feststehendem Termin bekam ich dennoch noch die Frage aller Fragen gestellt – ein Hauch Romantik und Tradition gab es eben doch! Und: Traumhochzeit folgt! Und zwar mit unserem eigenem kleinen Blumenkind und einer extra großen Portion Romantik.