Erst einmal: Sorry! Die perfekte Beziehung gibt es nicht. Alles Lüge, erfundener Unsinn und schöne Utopie. Echte Liebe dagegen, die gibt es wirklich. Ja, ich glaube an die eine wahre Liebe. Und zwar im altmodischstens und romantischsten Sinne. Ich glaube jedoch nicht an das, was man über sie liest und hört. „Wahre Liebe ist es dann, wenn man selbst die Macken an dem anderen liebt.“ – Welch‘ ein Schwachsinn! Ich hasse jede einzelne seiner Macken. Ich hasse sie nicht nur, ich verachte sie! Vom tiefsten Herzen verachte ich sie! Ich hasse es, dass er jede Tür zwanghaft hinter sich schließen muss. Ich hasse es, wie er fertig ausgestattet mit Schuhen und Jacke mitten im Flur steht und mich wartend ansieht, während ich einfach nichts zum anziehen finde. Ich hasse es, dass er mich nie bittet zu wiederholen, was ich gesagt habe, wenn er etwas nicht verstanden hat und lieber darauf setzt, dass es unwichtig war. Ich hasse es, dass er seine Fußballplatz-Schuhe zum Restaurantbesuch anzieht und erst nach mehrmaliger Aufforderung genervt wechselt. Ich hasse es, wenn er beim Bummeln „Das hast du doch schon“ sagt und mir damit die Freude über meinen schönen Fund ruiniert. Und ich hasse noch so viel mehr! Seine Macken machen mich verrückt! Er macht mich verrückt! So sehr, dass ich ihn manchmal einfach sagen muss, dass er mir tierisch auf den Keks geht -worauf er mit einem „Du mir auch“ reagiert. Ab und zu möchte ich ihn dann gerne verprügeln. So richtig. Nicht nur einen kleinen Klaps, sondern mit der geballten Faust dort hin, wo es weh tut! Was wohl auf Gegenseitigkeit beruht… Und doch glaube ich, dass es wahre Liebe ist. Denn wir können auch ganz anders. Ohja, wir können auch zuckersüß sein! Ich liebe es, dass wir jede Nacht Hand in Hand zusammen einschlafen. Ich liebe es, dass wir stundenlang über die Welt philosophieren können. Ich liebe es, dass wir aus dem Nichts nicht mehr aus dem gemeinsamen Lachen kommen. Ich liebe es, dass wir uns nicht zu ernst nehmen und uns liebevoll „Fetti“ und „Dickspatz“ nennen. Ich liebe es, dass wir so verschieden sind, dass wir selbst über unsere Andersartigkeit schmunzeln müssen. Und ich liebe es, dass es noch immer diese magischen Momente gibt, in den man den anderen einfach nicht fest genug an sich drücken kann. Ich liebe so viel!

Dennoch hat jede Beziehung hat ihre Hochs und Tiefs, ihre guten und ihre schlechten Zeiten. Woher ich dann wirklich weiß, dass es die eine große Liebe ist? Ich weiß es nicht. Aber ich möchte es!